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Wie Sie einen Job finden, der zu Ihrem Leben passt

den richtigen Job finden

Der Wind peitscht den Regen gegen mein Fenster. Gestern saß ich noch mit einem Buch in der Sonne, heute scheint die Welt unterzugehen.

Mit dem Wetterwechsel ändert sich auch meine Lust zu arbeiten. Ich sitze gerne am Schreibtisch, wenn es draußen regnet und stürmt. In solchen Phasen habe ich die besten Ideen für neue Texte und Projekte. Bei gutem Wetter gehe ich hingegen gerne raus und hole mir Inspiration für die Ideensammlung der nächsten Schlechtwetterfront.

Zum Glück habe ich mittlerweile die Wahl, wann ich was tue. Das ist das Schöne an meinem Job. Um den richtigen Job zu finden, brauchte es aber einigen Vorlauf und einen Perspektivwechsel bezüglich Arbeit und Privatleben.
Mit diesem Perspektivwechsel infiziere ich jetzt immer mehr Freunde. Dabei geht es nicht um ein flammendes Plädoyer für die Selbstständigkeit, sondern um eine Neuordnung der Prioritäten.

 

Die Frage anders stellen

Ich war im Sommer mit meiner Familie und einigen Freunden im Urlaub. Wir hatten uns ein Boot gemietet und sind durch die Kanäle in Holland gefahren. Eine Woche tolles Wetter, Füße hoch, Bier trinken (außer der Fahrer natürlich) und es sich einfach mal gut gehen lassen.

Trotz der sehr ausgelassenen Stimmung gab es auch Momente, in denen ich mit einem Freund ernsthafte Gespräche geführt habe. Wenn man die Füße hochlegt, eine kühle Dose Bier in der Hand hat und die letzten Sonnenstrahlen ins Gesicht scheinen, kommen die besten Themen auf.

Wir haben uns viel über digitalen Lifestyle und Weiterbildung unterhalten, weil er in dem Bereich arbeitet und ich häufig darüber schreibe.

Irgendwann sind wir dann auch zum Thema Berufswahl gekommen. Er hatte eine sehr stressige Zeit direkt vor dem Urlaub durchgemacht und außer seiner Arbeit fast alles andere vernachlässigt. Ich hatte auch sehr viel zu tun gehabt, konnte aber dennoch Zeit für Sport und Familie einplanen. So kamen wir auf das Thema Lebensplanung. Nicht im Großen mit Kind, Familie, Haus etc. Sondern im Kleinen, wie unser Alltag so aussieht und wofür wir Zeit haben und wofür nicht.

Ihn störte vor allem, dass er so wenig Zeit für andere Dinge hätte und warum das bei mir nicht so sei.

„Alles eine Frage der Prioritäten“, habe ich gesagt. „Ich habe mir vor circa einem Jahr eine Frage gestellt und seitdem hat sich meine Berufswahl und damit mein Leben drastisch verändert“.

„Welche Frage war das denn?“

„Ich habe eine bekannte und häufig gestellte Frage einfach mal umformuliert. Früher habe ich mich immer gefragt: Was will ich arbeiten? Welcher Job passt zu mir?“

„Das kenn ich. Die Frage stelle ich mir auch immer wieder, obwohl ich im Großen und Ganzen eigentlich glücklich mit meinem Job bin.“

„Genau. Das war ich auch; im Großen und Ganzen hat es gepasst. Dann habe ich mich aber irgendwann die Perspektive geändert und nicht mehr gefragt: ‚Was soll ich arbeiten?’ Stattdessen habe ich mir überlegt: ‚Wie will ich leben?‘

Das war der alles entscheidende neue Impuls. Ich habe nicht mehr darüber nachgedacht, welcher Job zu mir passt. Ich wollte mein Leben leben und es nicht einem Job unterordnen.“

„Und wie willst du dann die Miete bezahlen?“

„Ich will ja arbeiten. Nur auf der Couch liegen ist auf Dauer auch langweilig. Ich will nur nicht mein Leben um meinen Beruf aufbauen. Ich will leben und dazu muss mein Job passen. Das ist eine komplett andere Herangehensweise.“

„Hmm…“

 

Wie soll Ihr idealer Tag aussehen?

„Deshalb habe ich mir überlegt, wie ein guter Tag bei mir aussieht. Ich bringe meine Tochter in den Kindergarten, anschließend habe ich den Vormittag zur freien Verfügung. Mittags hole ich sie ab und wir essen alle zusammen, weil meine Freundin dann auch wieder zu Hause ist. Den Nachmittag verbringen wir ebenfalls zusammen und abends habe ich nach dem ins Bett bringen wieder freie Zeit. Ich kann also morgens und abends arbeiten, wenn ich die Familienzeit zwischendrin nicht opfern will. Dieser Ablauf gefällt mir sehr gut, den möchte ich beibehalten. Auf diesem Tagesablauf aufbauend musste ich dann den passenden Job finden.“

„Klingt gar nicht so schlecht…“

 

Den Gedanken wirken lassen

Drei Monate vergingen und dann haben wir uns wiedergetroffen. Ich muss dazu sagen, dass wir gut 500 km auseinander wohnen, deshalb sind solche persönlichen Treffen eher selten.

Wir standen wieder mal an der frischen Luft und haben uns unterhalten. Auf einmal sagte er: „Mir geht ein Satz nicht aus dem Kopf, den du im Sommer gesagt hast. Frag dich nicht immer, was du arbeiten willst. Frag dich doch mal, wie du leben willst. Ich denke da seit drei Monaten drüber nach. Ich glaube es ist Zeit, die Gedanken mal in die Tat umzusetzen.“

Mir ging es genauso wie ihm. Und so geht es auch einigen weiteren Freunden. Wenn dieser Gedanke einmal ausgesprochen ist, lässt er einen nicht mehr los, bis man sich wirklich mit ihm auseinandergesetzt hat.

Spätestens nach der Schule fragen wir uns, was wir werden wollen. Damit meinen wir aber: Welchen Beruf wollen wir ausüben? Dementsprechend fällt dann die Entscheidung zu einer Ausbildung oder einem Studium und einer Fachrichtung.

Anschließend suchen wir uns einen Beruf, der uns Spaß macht und wo wir gerne hingehen. Irgendwann kommt aber bei jedem der Moment, wo der Job nicht mehr so viel Spaß macht. Das ist ganz normal und kann auch schnell wieder vorbei gehen. Aber gerade in solchen Momenten sind wir anfällig für das kleine Teufelchen, das auf einmal auf der Schulter sitzt. Es redet uns ins Gewissen und fragt, ob das wirklich alles so richtig ist.

 

Den passenden Job zum idealen Tagesablauf finden

Ich persönlich habe mich intensiv damit auseinander gesetzt. Meinen Tagesplan habe ich gerade schon aufgezählt. Als mir das so bewusst wurde, war relativ schnell klar, dass ein normaler Bürojob nicht mehr in Frage kommt. Ich hätte es schwer vermitteln können, dass ich gerne von 9 bis 13 Uhr und dann wieder von 19 bis 23 arbeiten würde.

Aber selbst bei einem so zerstückelten Tagesablauf wäre ein Angestelltendasein noch möglich – wenn auch nicht im 9-to-5-Modus.

Ich könnte einfach noch früher anfangen, die Mittagspause ausdehnen und dafür abends länger bleiben. So würde ich morgens auf dem asiatischen und abends auf dem amerikanischen Markt aktiv sein. Das wiederum wäre für viele Arbeitgeber durchaus interessant.

Sie sehen also, dass selbst sehr individuelle Lebenspläne zu einem normalen Job passen können. Die Frage ist immer: Wie groß ist Ihre Kompromissbereitschaft? Wie starr wollen Sie an Ihrem idealen Tagesablauf festhalten? Und welche Tätigkeit passt dann dazu?

Wichtig ist, vorurteilsfrei an diesen Prozess ranzugehen. Werfen Sie alle vermeintlichen Vorgaben und alten Denkmuster über Bord, bevor Sie sich Gedanken machen.

Ihr Lebensentwurf ist individuell, Sie werden also auch keine passende Job-Schablone dafür finden. Und lassen Sie sich nicht entmutigen. Wenn Sie diesen neuen und ungewohnten Prozess angehen, werden Sie du auf viele Zweifel und Vorurteile stossen. Lassen Sie sich davon nicht entmutigen. Sie müssen Ihren aktuellen Job nicht sofort kündigen. Das sollten Sie sogar vermeiden. Machen Sie sich erstmal einen Plan und probieren Sie etwas aus. Dann können Sie immer noch All-In gehen.

Für mich war der Schritt in die Selbstständigkeit der richtige. Mit meinem Arbeitsmodell, das mir räumliche und zeitliche Freiheiten bietet, bin ich sehr glücklich.

Aber auch als Angestellter können Sie den Job Ihrem Leben anpassen. Nicht so stark wie als Selbstständiger, aber immerhin. Nehmen Sie mein Beispiel mit der Arbeit auf dem asiatischen und dem amerikanischem Markt von eben. Es gibt für fast jede Lebensplanung den passenden Job. Wenn Sie es wirklich wollen, werden Sie eine Möglichkeit für sich finden.

Wie stellen Sie sich Ihren perfekten Tag, Ihre perfekte Woche, Ihr perfektes Jahr vor? Und welcher Job passt dazu?

Glück auf
Stephan Hütter

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